ENTalentsAboutJobsContact

UGC Creator werden: So startest du mit nutzergenerierten Inhalten für Marken

6 Min. Lesezeit · TrueTalent Management · aktualisiert am 28.10.2026

Als UGC Creator erstellst du Videos, Fotos oder andere Inhalte im Stil authentischer Nutzerbeiträge, die eine Marke auf ihren eigenen Kanälen oder in Anzeigen einsetzt. Du brauchst dafür keine große Reichweite, sondern Kameraroutine, ein Gespür für Produkte und ein Portfolio, das zeigt, was du kannst. Einsteigen kannst du, indem du Beispielinhalte produzierst, sie gebündelt präsentierst und dich gezielt bei Marken, Agenturen oder Plattformen bewirbst.

Was UGC eigentlich ist

UGC steht für „User Generated Content“, also von Nutzern erstellte Inhalte. Im Creator-Business hat sich der Begriff verengt: Gemeint sind meist beauftragte Inhalte, die aussehen wie ein privates Video einer zufriedenen Kundin oder eines Kunden, aber im Auftrag einer Marke entstehen. Typisch sind ein Produkt-Unboxing, eine Anwendung vor der Kamera, eine kurze Erfahrung im Selfie-Stil oder ein Vorher-Nachher-Moment.

Entscheidend ist, wo der Inhalt später läuft. Bei UGC veröffentlichst du ihn in der Regel nicht auf deinem eigenen Profil. Die Marke nutzt das Material auf ihrer Website, in ihren Social-Kanälen oder als Werbeanzeige. Du lieferst also Content, keine Reichweite.

Der Unterschied zu klassischen Influencer-Kooperationen

Bei einer Influencer-Kooperation bezahlt die Marke für Zugang zu deiner Community. Dein Name, dein Gesicht und deine Follower sind Teil des Angebots. Bei UGC steht das Ergebnis im Vordergrund: ein gut gemachter Inhalt, der überzeugt, egal wer ihn veröffentlicht. Deshalb können auch Creator mit kleinem oder gar keinem Publikum UGC-Aufträge bekommen.

Daraus folgen Unterschiede bei Preisen und Rechten. Wer Reichweite verkauft, orientiert sich oft an Zielgruppe und Interaktion. Wer UGC liefert, kalkuliert Aufwand, Nutzungsdauer und Einsatzart. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Ratgeber zu UGC vs. Influencer-Content. Beide Modelle lassen sich kombinieren, viele Creator machen beides.

Welche Fähigkeiten du brauchst

Technik ist weniger wichtig als Handwerk. Ein aktuelles Smartphone, gutes Tageslicht, ein ruhiger Hintergrund und ein einfaches Mikrofon reichen für den Anfang. Wichtiger ist, dass du Bild und Ton sauber hinbekommst, ein Produkt verständlich zeigst und mit wenigen Sätzen natürlich klingst.

Schreiben und Denken wie ein Werber. Gute UGC-Videos haben einen klaren Einstieg in den ersten Sekunden, ein Problem, eine Lösung und einen Abschluss. Wer Hooks, Szenenfolge und Schnitt versteht, hebt sich von vielen Einsteigern ab.

Zuverlässigkeit. Marken schätzen Creator, die Fristen einhalten, Briefings genau lesen und Korrekturwünsche ruhig umsetzen. Das zählt oft mehr als ein einzelnes besonders kreatives Video.

Ein Portfolio ohne Aufträge aufbauen

Am Anfang hast du keine Referenzen, und das ist normal. Du kannst trotzdem Arbeitsproben erstellen. Wähle drei bis fünf Produkte aus unterschiedlichen Bereichen, etwa Pflege, Küche, Fitness oder Haushalt, und produziere dazu Videos, wie du sie für eine Marke liefern würdest. Nutze Produkte, die du ohnehin besitzt. Kennzeichne in deinem Portfolio klar, dass es sich um Beispielarbeiten handelt, und gib keine Aufträge vor, die es nicht gab.

Zeige Vielfalt bei Formaten: ein Hochkantvideo mit Sprechertext, eines mit Off-Stimme, ein Produktdetail-Clip, einige Fotos. Dazu gehört eine einfache Präsentation, zum Beispiel eine Seite mit deinen besten Arbeiten, einer kurzen Vorstellung, deinen Nischen und Kontaktdaten. Wie du das professionell aufbereitest, zeigt unser Ratgeber zum Media Kit für Creator. Bei UGC steht dort weniger die Followerzahl als deine Arbeitsproben im Zentrum.

Wo du UGC-Aufträge findest

Es gibt mehrere Wege, und die meisten Creator nutzen eine Mischung.

Direkte Ansprache von Marken. Du schreibst Unternehmen an, deren Produkte du gut präsentieren kannst, mit einem kurzen Anschreiben, einem Link zum Portfolio und einer konkreten Idee. Tipps dazu findest du im Ratgeber Als Influencer Kooperationen bekommen, vieles davon gilt auch für UGC.

Plattformen und Marktplätze. Es gibt Anbieter, die Marken und UGC Creator zusammenbringen. Sie unterscheiden sich in Gebühren, Auswahlverfahren, Vergütungsmodell und in den Rechten, die du abtrittst. Lies vor der Anmeldung die Bedingungen, besonders zu Nutzungsdauer, Exklusivität und Auszahlung. Eine Plattform ist ein guter Weg für erste Erfahrungen, ersetzt aber nicht den Aufbau eigener Kundenbeziehungen.

Agenturen und Management. Wenn du regelmäßig Anfragen bekommst oder gezielt größere Marken ansprechen willst, kann eine Agentur Verhandlung, Verträge und Abrechnung übernehmen. Mehr dazu liest du im Ratgeber Influencer-Management für Creator.

Netzwerke und Jobbörsen. Auch soziale Netzwerke und Gruppen von Selbstständigen im Marketing sind Quellen. Viele Marken suchen dort nach Creatorn für laufende Content-Produktion.

Was UGC-Arbeit einbringt

Pauschale Verdienstangaben sind unseriös, denn die Spanne ist groß. Sie hängt von Erfahrung, Aufwand, Branche, Videolänge, Anzahl der Varianten, Nutzungsart und Nutzungsdauer ab. Auch das Einkommen im Jahr schwankt, weil Aufträge unregelmäßig kommen. Plane deshalb nicht mit dem besten Monat, sondern mit einem realistischen Durchschnitt, und denke an Zeiten ohne Aufträge, Akquise, Equipment und Steuern.

Faire Preise festlegen

Statt nach einem Pauschalpreis zu suchen, kalkulierst du transparent. Rechne deine Arbeitszeit für Konzept, Dreh, Schnitt und Korrekturschleifen zusammen und lege einen Stundensatz zugrunde, der deine Kosten und dein Einkommensziel deckt. Dazu kommen Aufschläge für zusätzliche Nutzung. Ein Video, das nur organisch auf der Marken-Website läuft, ist anders zu bewerten als eines, das monatelang als bezahlte Anzeige geschaltet wird.

Biete am besten klare Pakete an, etwa ein Video, ein Video mit Varianten oder ein Set aus Video und Fotos, und nenne in jedem Paket Umfang, Anzahl der Korrekturrunden und Nutzungsrechte. So vergleichen Marken leichter und du vermeidest endlose Nachverhandlungen. Allgemeine Hinweise zur Kalkulation findest du in unserem Ratgeber Influencer-Preise festlegen.

Produkte als alleinige Gegenleistung sind für Einsteiger manchmal ein Weg, um Referenzen zu sammeln. Auf Dauer solltest du aber prüfen, ob der Aufwand im Verhältnis zum Gegenwert steht.

Nutzungsrechte sauber vereinbaren

Das Thema ist bei UGC zentral, denn die Marke zahlt vor allem für das Recht, deinen Inhalt zu verwenden. Halte vor Produktionsbeginn schriftlich fest, wofür der Inhalt genutzt werden darf (zum Beispiel organische Social-Posts, Website, bezahlte Anzeigen), in welchen Ländern und auf welchen Kanälen, für welchen Zeitraum, ob die Marke den Inhalt bearbeiten oder kürzen darf und ob du ihn zusätzlich selbst zeigen darfst. Auch Exklusivität gehört dazu: Darfst du ähnliche Inhalte für Wettbewerber erstellen?

Wird dein Gesicht oder deine Stimme verwendet, spielen zusätzlich Persönlichkeitsrechte eine Rolle. Eine unbefristete, umfassende Rechteübertragung ohne Aufpreis solltest du nicht stillschweigend akzeptieren. Mehr Details findest du im Ratgeber zu Nutzungsrechten bei Influencer-Content. Wie rechtliche Fragen im Einzelfall zu beurteilen sind, klärst du am besten mit einer Rechtsberatung.

Gewerbe, Steuern und Kennzeichnung

Sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht Aufträge annimmst, bist du in der Regel selbstständig tätig. Ob du ein Gewerbe anmelden musst, wie du Einnahmen versteuerst und wann Umsatzsteuer ins Spiel kommt, hängt von deinem Wohnsitz und deiner Situation ab. Lass dich dazu von einer Steuerberatung beraten. Für die Abrechnung hilft dir unser Ratgeber Influencer-Rechnung schreiben.

Wenn eine Marke dein UGC-Material als Werbung einsetzt, trägt sie in der Regel die Verantwortung für die Kennzeichnung der Anzeige. Veröffentlichst du den Inhalt selbst auf deinem Profil, gelten die Regeln zur Werbekennzeichnung für dich.

Zusammenarbeit mit TrueTalent

TrueTalent Management ist eine Talentagentur für deutschsprachige Creator mit Sitz in Dubai. Wir unterstützen Creator bei Verhandlungen, Verträgen und der Zusammenarbeit mit Marken. Wenn du dein Profil professionalisieren oder wissen willst, ob eine Zusammenarbeit passt, erreichst du uns über die Kontaktseite.

Jetzt Kontakt aufnehmen →

Häufige Fragen

Wie werde ich UGC Creator ohne Follower?

Du brauchst keine Reichweite, sondern Arbeitsproben. Erstelle einige Beispielvideos zu Produkten aus verschiedenen Bereichen, bündle sie in einem Portfolio und schreibe Marken oder Plattformen gezielt an. Gekennzeichnete Beispielarbeiten sind für den Start völlig legitim.

Was verdient man als UGC Creator?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Der Verdienst hängt von Erfahrung, Aufwand, Branche und vor allem von den vereinbarten Nutzungsrechten ab. Kalkuliere deine Arbeitszeit, Kosten und Steuern und rechne mit schwankenden Einnahmen.

Wo finde ich UGC Creator Jobs?

Du findest Aufträge über direkte Ansprache von Marken, UGC-Plattformen, Agenturen und berufliche Netzwerke. Prüfe bei Plattformen immer Gebühren, Auszahlungsmodalitäten und die geforderten Rechte, bevor du dich anmeldest.

Brauche ich für UGC ein Gewerbe?

Das hängt von deiner persönlichen Situation und deinem Wohnsitz ab. Bei regelmäßigen Einnahmen mit Gewinnabsicht gilt man meist als selbstständig. Kläre die Details im Einzelfall mit einer Steuerberatung.

Was unterscheidet UGC von Influencer-Marketing?

Beim Influencer-Marketing bezahlt die Marke für die Reichweite des Creators und die Veröffentlichung auf seinem Kanal. Bei UGC bezahlt sie für den Inhalt selbst, den sie auf ihren eigenen Kanälen oder in Anzeigen verwendet.

Du willst dich aufs Createn konzentrieren?

Wir übernehmen Anfragen, Verträge und Rechnungen für dich. Mehr zum Influencer Talent Management

Management anfragen

Weiterlesen

Bei einer Talentagentur bewerben · Influencer-Rechnung schreiben · Creator Management