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Managementvertrag für Influencer: Diese Punkte solltest du vor der Unterschrift prüfen

4 Min. Lesezeit · TrueTalent Management

Ein Managementvertrag für Influencer regelt, wie dein Management dich vertritt, was es dafür bekommt und wie ihr die Zusammenarbeit beenden könnt. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Vertrag zwischen dir und einer Marke, der eine einzelne Kooperation regelt. Der Managementvertrag ist die Grundlage für alles, was danach kommt, und er bindet dich oft deutlich länger als jede einzelne Kampagne. Deshalb lohnt es sich, ihn genau zu lesen. Dieser Ratgeber zeigt dir die wichtigsten Punkte und typische Stolperfallen. Er ersetzt keine Rechtsberatung: Bei Unsicherheit lass den Vertrag von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.

Managementvertrag für Influencer und Kooperationsvertrag: der Unterschied

Im Alltag einer Creatorin oder eines Creators gibt es zwei Arten von Verträgen. Der Kooperationsvertrag wird für jede Zusammenarbeit mit einer Marke geschlossen und legt Leistungen, Honorar, Nutzungsrechte und Fristen fest. Was dort hineingehört, erklärt der Ratgeber Influencer-Vertrag.

Der Managementvertrag dagegen regelt dein Verhältnis zum Management. Er beschreibt, welche Aufgaben das Management übernimmt, in welchem Umfang es dich vertreten darf und wie es vergütet wird. Er gilt für alle Kooperationen, die in dieser Zeit entstehen.

Leistungsumfang: Was übernimmt das Management?

Der Vertrag sollte klar beschreiben, was du bekommst. Typische Leistungen sind das Prüfen und Beantworten von Anfragen, die Akquise neuer Kooperationen, Verhandlungen, das Abstimmen von Verträgen, die Begleitung von Briefings und Freigaben sowie Rechnungsstellung und Zahlungsüberwachung. Steht dort nur allgemein „Betreuung“, frag nach, was das im Alltag konkret bedeutet. Je genauer die Beschreibung, desto leichter lässt sich später klären, ob beide Seiten ihre Aufgaben erfüllen.

Vertretung und Freigaben

Ein wichtiger Punkt ist die Frage, ob das Management in deinem Namen verbindlich zusagen oder Verträge unterschreiben darf. Für viele Creator ist es sinnvoll, dass jede Kooperation von ihnen selbst freigegeben wird und das Management erst danach zusagt. So behältst du die Kontrolle darüber, mit welchen Marken du arbeitest. Achte darauf, dass diese Regel im Vertrag steht und nicht nur mündlich vereinbart ist.

Exklusivität: Wen darfst du noch beauftragen?

Viele Managementverträge sind exklusiv. Das bedeutet, dass nur dieses Management dich gegenüber Marken vertritt. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar, weil sonst unklar wäre, wer für dich spricht. Prüfe aber, wie weit die Exklusivität reicht. Gilt sie für alle Plattformen und Themen oder nur für Markenkooperationen? Was ist mit Anfragen, die direkt bei dir landen, etwa von Marken, mit denen du schon vor dem Management gearbeitet hast? Und wie sieht es mit eigenen Projekten aus, zum Beispiel einem eigenen Produkt oder Auftritten außerhalb von Social Media? Solche Ausnahmen sollten ausdrücklich geregelt sein.

Provision und Abrechnung

Das Management wird in der Regel über eine Provision auf deine Honorare bezahlt. Entscheidend ist nicht nur die Höhe, sondern vor allem die Bemessungsgrundlage. Wird die Provision auf das Nettohonorar berechnet? Fallen auch auf Produkte, Reisen oder Spesen Anteile an? Gibt es unterschiedliche Sätze für Kooperationen, die das Management selbst akquiriert, und für solche, die über dich kommen? Wie Provisionsmodelle grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Provision einer Influencer-Agentur.

Genauso wichtig ist der Weg des Geldes. Stellt das Management die Rechnung an die Marke und zahlt dir deinen Anteil aus, oder rechnest du selbst ab und das Management stellt dir seine Provision in Rechnung? Beides ist üblich. Wichtig ist, dass im Vertrag steht, innerhalb welcher Frist du nach Zahlungseingang dein Geld bekommst und dass du jederzeit nachvollziehen kannst, welche Rechnungen offen und welche bezahlt sind. Wie du eigene Rechnungen korrekt aufsetzt, zeigt der Ratgeber Influencer-Rechnung schreiben.

Laufzeit und Kündigung

Hier liegen die häufigsten Stolperfallen. Manche Managementverträge haben eine feste Mindestlaufzeit, oft verbunden mit einer automatischen Verlängerung, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Andere laufen unbefristet und können mit einer Frist gekündigt werden. Prüfe, wie lange du dich bindest, welche Kündigungsfrist gilt und ob eine Verlängerung automatisch eintritt.

Lies außerdem, ob es Gründe für eine sofortige Kündigung gibt, etwa wenn Zahlungen dauerhaft verspätet weitergeleitet werden oder das Management seine Aufgaben nicht erfüllt. Ein fairer Vertrag gibt beiden Seiten einen Ausweg, wenn die Zusammenarbeit nicht mehr funktioniert.

Was nach dem Vertragsende gilt

Ein oft übersehener Punkt ist die Zeit nach der Trennung. Viele Verträge sehen vor, dass das Management für Kooperationen, die es während der Vertragslaufzeit vermittelt hat, auch danach noch Provision erhält. Das ist grundsätzlich fair, solange es um Kampagnen geht, die tatsächlich in dieser Zeit verhandelt wurden. Kritisch wird es, wenn sich die Nachprovision auf alle künftigen Kooperationen mit bestimmten Marken erstreckt, und das für lange Zeit. Achte darauf, dass klar geregelt ist, für welche Kooperationen und wie lange nach dem Ende noch Provision anfällt.

Rechte, Zugänge und Daten

Dein Kanal und deine Inhalte gehören dir. Das sollte auch im Vertrag deutlich werden. Gibst du dem Management Zugang zu Konten, Postfächern oder Statistiken, sollte geregelt sein, wofür es diese nutzen darf und dass die Zugänge nach Vertragsende zurückgegeben oder gelöscht werden. Gleiches gilt für Kontakte und Unterlagen aus laufenden Kooperationen.

Zusammenarbeit mit TrueTalent

TrueTalent Management vertritt Creator aus Fitness, Lifestyle, Fashion, Beauty, Health und Food. Bei uns gibt es für Talents keine Vertragslaufzeiten: Die Zusammenarbeit muss sich für dich lohnen, nicht ein Vertrag dich halten. Wir finden und verhandeln Kooperationen, stimmen Verträge mit Marken ab, begleiten Briefing und Abstimmung und übernehmen Rechnungsstellung und Zahlungsüberwachung über unser eigenes Portal, in dem du jederzeit siehst, was offen und was bezahlt ist. Mehr auf der Seite Für Creator.

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Häufige Fragen

Wie lange läuft ein Managementvertrag für Influencer üblicherweise?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Verträge mit fester Mindestlaufzeit und automatischer Verlängerung ebenso wie unbefristete Verträge mit kurzer Kündigungsfrist. Prüfe vor der Unterschrift genau, wie lange du dich bindest.

Darf ich trotz Managementvertrag direkt mit Marken sprechen?

Das hängt von der Exklusivitätsregel ab. Bei exklusiven Verträgen leitest du Anfragen in der Regel an das Management weiter. Ausnahmen für bestehende Kontakte oder eigene Projekte sollten im Vertrag stehen.

Bekommt das Management nach der Kündigung weiter Provision?

Oft ja, für Kooperationen, die es während der Vertragslaufzeit vermittelt hat. Wie lange und für welche Kooperationen das gilt, sollte genau geregelt sein.

Sollte ich einen Managementvertrag prüfen lassen?

Wenn du unsicher bist oder der Vertrag lange Bindungen, weitreichende Exklusivität oder ungewöhnliche Provisionsregeln enthält, ist eine anwaltliche Prüfung sinnvoll. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

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