Die Engagement-Rate berechnen Sie, indem Sie die Summe der Interaktionen durch die Follower oder durch die Reichweite teilen und mit 100 multiplizieren. Zu den Interaktionen zählen je nach Plattform Likes, Kommentare, Speicherungen und Shares. Welche Rate „gut“ ist, lässt sich nicht pauschal sagen, denn es hängt von Plattform, Format, Nische und Größe des Accounts ab.
Die Engagement-Rate gehört zu den am häufigsten genannten Kennzahlen im Influencer-Marketing. Sie wirkt eindeutig, ist es aber nicht. Je nach Formel, Plattform und Format entstehen sehr unterschiedliche Werte, die sich nicht direkt vergleichen lassen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Rate korrekt berechnen, wo ihre Grenzen liegen und welche Kennzahlen bei der Auswahl von Creatorn oft mehr Aussagekraft haben.
Wie berechnet man die Engagement-Rate?
Es gibt zwei gängige Formeln: Interaktionen geteilt durch Follower mal 100 oder Interaktionen geteilt durch Reichweite mal 100. Als Interaktionen zählen Likes, Kommentare, Speicherungen und Shares eines Beitrags. Ein Beispiel: 300 Interaktionen bei 10.000 Followern ergeben 3 Prozent. Bei 6.000 erreichten Accounts wären es 5 Prozent.
Die Follower-Formel ist einfach, weil die Followerzahl öffentlich sichtbar ist. Sie benachteiligt aber Accounts, die über Jahre gewachsen sind und deren Follower nur zum Teil noch aktiv sind. Außerdem sehen nie alle Follower einen Beitrag, sodass der Nenner die tatsächliche Sichtbarkeit überschätzt.
Die Reichweiten-Formel bezieht sich auf die Personen, die den Inhalt wirklich gesehen haben. Sie ist aussagekräftiger, setzt aber Zugriff auf die Statistiken des Accounts voraus. Als Marke sehen Sie diese Werte nicht von außen, Sie müssen sie beim Creator anfragen. Wie das sinnvoll abläuft, beschreibt der Ratgeber zu Insights für Marken.
Welche Interaktionen zählen mit?
Das legen Sie am besten vorab fest und halten es für alle Vergleiche gleich. Manche Berechnungen nutzen nur Likes und Kommentare, andere beziehen Speicherungen und Shares ein. Das verändert das Ergebnis deutlich. Wer Creator vergleicht, muss dieselbe Definition verwenden, sonst vergleicht er unterschiedliche Dinge.
Zusätzlich lohnt es sich, nicht einen einzelnen Beitrag zu betrachten, sondern mehrere aktuelle Beiträge zu mitteln. Einzelne Ausreißer nach oben oder unten verzerren das Bild. Sinnvoll ist ein Zeitraum, der verschiedene Formate und Themen abdeckt, und zwar getrennt nach Format, weil sich Reels, Karussells und Storys unterschiedlich verhalten.
Was ist eine gute Engagement-Rate?
Ehrlich gesagt: Das hängt ab. Es gibt keinen Wert, der für alle Plattformen, Nischen und Accountgrößen gilt. Wer Ihnen eine feste Zahl nennt, vereinfacht stark. Wir nennen hier bewusst keine Richtwerte, weil sie ohne saubere Datengrundlage in die Irre führen würden.
Aussagekräftiger ist der Vergleich im passenden Umfeld. Zunächst lohnt der Blick auf den Account selbst: Wie entwickelt sich die Rate über Wochen und Monate? Danach der Vergleich mit ähnlichen Creatorn derselben Nische, Plattform und Größenordnung. Kleinere Communities interagieren häufig anteilig stärker als sehr große, was nicht bedeutet, dass kleine Accounts automatisch besser für Ihr Ziel sind. Mehr dazu im Ratgeber Micro- vs. Macro-Influencer.
Wie unterscheidet sich die Engagement-Rate je Plattform und Format?
Jede Plattform und jedes Format erzeugt eigene Interaktionsmuster. Ein Kurzvideo wird oft angesehen, aber seltener kommentiert. Ein Karussell lädt zum Speichern ein. Eine Story wird eher mit Sticker-Antworten, Umfragen oder Link-Klicks bewertet als mit Likes. Ein langes Video auf einer Videoplattform wird über Wiedergabedauer und Kommentare beurteilt.
Deshalb ist es unsauber, Werte verschiedener Plattformen nebeneinanderzulegen. Auch innerhalb einer Plattform sollten Sie Formate getrennt betrachten. Wenn Sie ein Reel buchen, zählt die Rate der Reels des Creators, nicht der Durchschnitt über alle Beiträge. Details zum Format finden Sie im Ratgeber zu Instagram-Reels-Kooperationen.
Hinzu kommt, dass Plattformen ihre Kennzahlen unterschiedlich benennen und ändern. Prüfen Sie daher im Einzelfall, was die Statistik des Creators genau ausweist, und lassen Sie sich Screenshots der jeweiligen Auswertung zeigen.
Warum können Reichweite, Speichern und Teilen wichtiger sein?
Likes sind die niedrigste Hürde und sagen am wenigsten über Wirkung aus. Speicherungen zeigen, dass jemand einen Inhalt später wieder nutzen will, etwa ein Rezept, eine Produktempfehlung oder eine Anleitung. Shares zeigen, dass jemand den Inhalt für relevant genug hält, ihn weiterzuempfehlen. Beides kommt einer Kaufabsicht oft näher als ein schneller Doppeltipp.
Die Reichweite wiederum entscheidet, wie viele Menschen Ihre Botschaft überhaupt sehen. Ein Creator mit hoher Engagement-Rate, aber geringer Reichweite kann für Ihr Ziel weniger geeignet sein als ein Creator mit solider Rate und deutlich mehr erreichten Personen. Welche Größe zählt, hängt vom Kampagnenziel ab: Bekanntheit verlangt Reichweite, Abverkauf eher Klicks und Conversions, Vertrauen eher Kommentare und Speicherungen.
Auch die Qualität der Kommentare verdient einen Blick. Eine Reihe einzelner Emojis sagt weniger als Fragen zum Produkt oder persönliche Erfahrungen. Auffällige Muster können außerdem auf gekaufte Interaktionen hindeuten, siehe dazu den Ratgeber zum Erkennen von Fake-Followern.
Wie ordnen Sie die Rate in Ihre Kampagne ein?
Die Engagement-Rate ist ein Auswahlkriterium, kein Erfolgsnachweis. Vor der Buchung hilft sie, Creator mit aktiver Community zu erkennen. Nach der Kampagne sollten Sie an Ihrem Ziel messen: Reichweite, Klicks, Codeeinlösungen, Speicherungen oder Anfragen. Welche Kennzahlen zu welchem Ziel passen und wie ein Report aufgebaut sein kann, steht im Ratgeber zu KPIs und Reporting bei Influencer-Kampagnen.
In der Praxis empfiehlt sich, schon im Briefing festzulegen, welche Werte nach der Veröffentlichung geliefert werden, etwa Reichweite, Wiedergaben, Speicherungen, Shares und Linkklicks. Dann bleibt die Auswertung nachvollziehbar und Sie vergleichen Kooperationen auf derselben Basis. Bei der Auswahl und Auswertung unterstützen wir bei TrueTalent Management Marken gern, indem wir Creator mit passenden Statistiken vorschlagen und Zahlen vor der Buchung einholen.
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Wenn Sie Creator anhand ihrer Kennzahlen auswählen möchten, finden Sie auf der Seite Creator buchen einen Überblick, wie die Zusammenarbeit mit uns abläuft. Für eine konkrete Anfrage oder eine erste Einschätzung zu Ihrer Kampagne nutzen Sie den Kontakt.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Engagement-Rate bei Instagram?
Teilen Sie die Summe aus Likes, Kommentaren, Speicherungen und Shares durch die Follower oder, genauer, durch die erreichten Accounts, und multiplizieren Sie mit 100. Wichtig ist, dass Sie für alle Vergleiche dieselbe Formel und dieselbe Definition der Interaktionen verwenden.
Was ist eine gute Engagement-Rate?
Das hängt von Plattform, Format, Nische und Größe des Accounts ab. Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Sinnvoll ist der Vergleich mit ähnlichen Creatorn und die Entwicklung des Accounts über die Zeit.
Ist die Engagement-Rate nach Follower oder nach Reichweite besser?
Die Berechnung nach Reichweite ist meist aussagekräftiger, weil sie sich auf Menschen bezieht, die den Inhalt tatsächlich gesehen haben. Die Follower-Variante ist dagegen öffentlich nachrechenbar und eignet sich für eine erste Vorauswahl.
Welche Kennzahl ist wichtiger als die Engagement-Rate?
Das richtet sich nach Ihrem Ziel. Für Bekanntheit zählt die Reichweite, für Vertrauen und Nutzwert oft Speicherungen und Shares, für Abverkauf Klicks und Einlösungen von Codes. Die Engagement-Rate ergänzt diese Werte, ersetzt sie aber nicht.
Wie komme ich an die Reichweite eines Creators?
Die Reichweite sehen nur die Accountinhaber in ihren Statistiken. Bitten Sie deshalb vor der Buchung um Screenshots der letzten Beiträge im passenden Format und vereinbaren Sie, dass nach der Kampagne die Werte geliefert werden.
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