Marken wollen vor allem sehen, wie viele echte Menschen du erreichst und wer diese Menschen sind. Dazu gehören Reichweite und Aufrufe der letzten 30 bis 90 Tage, die Verteilung deiner Zielgruppe nach Alter, Land und Geschlecht, Story-Werte sowie Interaktionen wie Likes, Kommentare, Shares und Speicherungen. Am besten zeigst du diese Zahlen in einem aktuellen Media Kit und hältst Screenshots direkt aus den Plattform-Insights bereit, falls eine Marke nachfragt.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Zahlen in Anfragen und Verhandlungen wirklich zählen, wie du sie belegst, was du aus Datenschutzsicht beachten solltest und wie ein Reporting nach der Kooperation aussieht. Die Plattformen ändern Bezeichnungen und Menüs immer wieder, deshalb beschreiben wir die Werte so, wie sie sinngemäß in den Insights von Instagram, TikTok und YouTube zu finden sind.
Welche Statistiken wollen Marken von Creatorn sehen?
Marken wollen Reichweite, Aufrufe, Zielgruppenstruktur und Interaktionen sehen. Diese Werte zeigen, ob dein Publikum zur Marke passt und ob deine Inhalte tatsächlich gesehen und beachtet werden. Die Followerzahl allein sagt wenig, weil sie nichts über die aktuelle Aktivität deiner Community verrät.
Wichtig ist, dass du Zeiträume nennst. Eine Marke kann mit „etwa 20.000 Aufrufe pro Reel“ wenig anfangen, wenn nicht klar ist, ob das ein Ausreißer oder der Normalfall ist. Gib deshalb an, auf welchen Zeitraum und welche Formate sich deine Zahlen beziehen, und nenne bei Aufrufen eher einen typischen Wert als deinen besten Beitrag. Wer ehrlich einen Durchschnitt oder Median angibt, wirkt verlässlicher als jemand, der nur Spitzenwerte zeigt.
Ergänzend interessiert Marken, welche Themen bei deiner Community gut funktionieren und ob sie zur Produktkategorie passen. Ein kurzer Satz dazu im Media Kit hilft mehr als eine lange Tabelle.
Wie wichtig sind Reichweite und Aufrufe?
Reichweite zeigt, wie viele einzelne Accounts deinen Inhalt gesehen haben, Aufrufe zählen, wie oft er angezeigt oder abgespielt wurde. Beide Werte sind für Marken relevant, werden aber unterschiedlich verwendet. Reichweite hilft bei der Planung von Sichtbarkeit, Aufrufe zeigen, wie oft eine Botschaft im Schnitt ankommt.
Die Plattformen definieren Aufrufe nicht einheitlich, zum Beispiel wann ein Video als gesehen zählt. Schreib deshalb dazu, welchen Wert du meinst und aus welcher Plattform er stammt. Bei Reels und Kurzvideos sind zusätzlich die durchschnittliche Wiedergabedauer und die Abschlussquote aussagekräftig, soweit deine Insights sie anzeigen. Bei YouTube spielen Wiedergabezeit und Klickrate eine größere Rolle.
Wenn du wissen möchtest, wie du Interaktionen in Relation zur Reichweite setzt, hilft dir der Ratgeber zur Engagement-Rate. Marken rechnen die Quote oft selbst nach, deshalb solltest du die Basis deiner Berechnung offenlegen.
Warum ist die Zielgruppe nach Alter, Land und Geschlecht so wichtig?
Marken buchen Zielgruppen, nicht nur Personen. Wenn ein Produkt für eine bestimmte Altersgruppe oder einen Markt gedacht ist, entscheidet die Verteilung deiner Follower und Zuschauer darüber, ob eine Anfrage überhaupt Sinn ergibt. Deshalb gehören Alter, Land und Geschlecht zu den ersten Dingen, nach denen gefragt wird.
Zeig die Verteilung in Prozent, wie sie dir die Plattform anzeigt, am besten getrennt nach Followern und nach tatsächlich erreichten Personen, falls beides verfügbar ist. Für Marken im deutschsprachigen Raum ist besonders interessant, wie hoch dein Anteil aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist. Wenn du viele Zuschauer aus anderen Ländern hast, ist das kein Nachteil, aber es sollte transparent sein. Mehr zu dieser Perspektive findest du im Ratgeber zu Kooperationen mit internationalen Marken.
Kleine, klar definierte Zielgruppen sind für viele Marken wertvoll. Ein Account mit überschaubarer Größe, aber hohem Anteil in der gewünschten Altersgruppe kann besser passen als ein größerer mit gestreutem Publikum. Mehr dazu liest du im Vergleich Micro vs. Macro Influencer.
Welche Story-Werte sind für Marken interessant?
Bei Storys achten Marken auf Aufrufe pro Story, Antworten, Sticker-Interaktionen und Link-Klicks. Storys sind oft der Ort, an dem Empfehlungen persönlich wirken und Klicks entstehen. Deshalb fragen viele Marken gezielt danach, besonders bei Kooperationen mit Link oder Rabattcode.
Weil Storys nach kurzer Zeit aus dem Feed verschwinden, ist es sinnvoll, die Werte regelmäßig zu sichern. Archiviere wichtige Storys, mache Screenshots der Insights oder halte eine einfache Tabelle bereit. Nenne am besten einen typischen Wert für die erste Story einer Serie und die Entwicklung bis zur letzten, denn der Abfall der Zuschauer zeigt, wie gut deine Community dranbleibt.
Link-Klicks und Sticker-Antworten sind besonders wertvoll, weil sie aktives Interesse zeigen. Wenn du sie bei früheren Kooperationen gemessen hast, kannst du sie als Beispiel anführen, ohne vertrauliche Details der damaligen Marke offenzulegen.
Screenshots oder Media Kit: Was ist besser?
Beides erfüllt einen anderen Zweck. Das Media Kit ist deine saubere, übersichtliche Visitenkarte mit den wichtigsten Zahlen. Screenshots aus den Plattform-Insights dienen als Beleg, wenn eine Marke genauer prüfen möchte. Im ersten Kontakt reicht meist das Media Kit, bei konkreter Buchung kommen Screenshots dazu.
Ein gutes Media Kit enthält eine kurze Vorstellung, deine Plattformen, Reichweiten- und Zielgruppenwerte mit Datum, Beispiele für Inhalte, bisherige Kooperationsformate und einen Kontakt. Wie du es aufbaust, steht im Ratgeber zum Media Kit für Creator. Aktualisiere es regelmäßig, mindestens bei größeren Veränderungen, denn veraltete Zahlen untergraben Vertrauen schneller als niedrige.
Screenshots sollten vollständig, lesbar und unverändert sein, mit sichtbarem Zeitraum. Beschnittene oder nachbearbeitete Bilder wecken Misstrauen. Marken kennen die Plattformoberflächen und erkennen auffällige Abweichungen oft sofort. Auch Einblicke in Statistiken aus Analyse-Tools Dritter sind möglich, ersetzen aber nicht die Originalwerte der Plattform.
Wie gehe ich mit Datenschutz um, wenn ich Insights teile?
Teile nur aggregierte Zahlen und keine personenbezogenen Daten deiner Follower. Insights zeigen Verteilungen und Summen, nicht einzelne Personen. Das ist unkritisch. Schwärze oder vermeide dagegen Nutzernamen, Kommentare mit Klarnamen, Direktnachrichten und Daten, die Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen.
Gib außerdem nie Zugangsdaten zu deinen Accounts weiter. Wenn eine Marke ein Passwort verlangt, ist das ein Warnsignal, mehr dazu im Ratgeber zu fake Kooperationsanfragen. Bei Bedarf gewähren die Plattformen eingeschränkte Zugriffe oder Partnerfreigaben für Anzeigen, ohne dass dein Login geteilt wird. Wie das bei Werbeanzeigen funktioniert, erklärt der Ratgeber zu Partnership Ads und Whitelisting.
Vertraulich behandeln solltest du auch Zahlen und Ergebnisse, die aus früheren Kooperationen stammen, wenn dazu eine Verschwiegenheit vereinbart wurde. Wenn du unsicher bist, welche Daten du nach Datenschutzrecht wie weitergeben darfst, hole im Einzelfall rechtliche Beratung ein.
Welches Reporting erwarten Marken nach der Kooperation?
Nach der Kooperation erwarten Marken eine kurze Auswertung mit den Kernwerten der veröffentlichten Beiträge. Dazu gehören Reichweite, Aufrufe, Interaktionen, Link-Klicks und, falls vereinbart, die Nutzung von Rabattcodes. Idealerweise liefern du diese Werte nach einem festgelegten Zeitraum, zum Beispiel sieben Tage nach Veröffentlichung, damit sie vergleichbar sind.
Lege schon im Vertrag fest, welche Werte du wann übermittelst und in welchem Format. So vermeidest du Rückfragen und Streit. Für Storys lohnen sich Screenshots, für Beiträge reichen oft Exporte oder Bilder der Insights. Ein kurzer Kommentar mit deiner Einschätzung, was gut funktioniert hat und was du beim nächsten Mal anders machen würdest, wirkt professionell und erhöht die Chance auf Folgeaufträge.
Welche Kennzahlen Marken intern auswerten, beschreibt der Ratgeber Influencer-Kampagne: KPIs und Reporting. Wenn du das Reporting so aufbaust, dass es zu diesen Kennzahlen passt, erleichterst du der Marke die Arbeit. Dabei gilt: Nenne nur Werte, die du wirklich messen kannst, und erfinde keine Schätzungen, die du nicht belegen kannst.
Wie sieht ein gutes Insights-Paket in der Praxis aus?
Ein gutes Paket ist kurz, aktuell und nachvollziehbar. Es besteht aus einem Media Kit mit den wichtigsten Werten, aktuellen Screenshots der Insights für jede Plattform, einer kurzen Erklärung, wie du Zahlen berechnest, und ein bis zwei Beispielen früherer Kooperationen mit Ergebnissen, soweit du sie nennen darfst.
Wenn du mit einer Talentagentur zusammenarbeitest, übernimmt diese häufig die Aufbereitung und die Kommunikation mit Marken. Bei TrueTalent Management unterstützen wir Creator zum Beispiel dabei, ihre Zahlen verständlich darzustellen und Anfragen einzuordnen. Allgemeine Hintergründe zu dieser Zusammenarbeit findest du im Ratgeber zum Creator Management.
Ehrlichkeit zahlt sich aus. Marken prüfen Zahlen stichprobenartig, und wer bei Followern, Aufrufen oder Zielgruppen übertreibt, verliert langfristig Aufträge. Erkenne außerdem auffällige Muster in deinen eigenen Daten, etwa plötzliche Sprünge, bevor es eine Marke tut. Der Ratgeber zum Erkennen von Fake-Followern zeigt, worauf Marken achten.
Wie geht es für dich weiter?
Wenn du deine Insights sauber aufbereitet hast, ist der nächste Schritt, passende Marken zu finden und Anfragen professionell zu beantworten. Auf der Seite Für Creator erfährst du, wie wir Creator begleiten. Wenn du Fragen zu deinem Media Kit oder deiner Zusammenarbeit mit Marken hast, kannst du uns über die Kontaktseite erreichen.
Häufige Fragen
Welche Insights wollen Marken sehen?
Marken wollen Reichweite, Aufrufe, Interaktionen, Story-Werte und die Zielgruppe nach Alter, Land und Geschlecht sehen. Nenne dazu immer den Zeitraum und die Plattform, damit die Zahlen vergleichbar sind.
Reicht ein Media Kit oder brauchen Marken Screenshots?
Für den ersten Kontakt reicht meist ein aktuelles Media Kit. Bei einer konkreten Buchung fordern Marken häufig Screenshots der Plattform-Insights als Beleg an. Halte beides bereit.
Darf ich meine Zugangsdaten für Statistiken weitergeben?
Nein, gib niemals dein Passwort weiter. Nutze Screenshots, Exporte oder die Freigaben der Plattformen. Wer Zugangsdaten verlangt, handelt unseriös.
Wie oft sollte ich mein Media Kit aktualisieren?
Aktualisiere es regelmäßig und immer dann, wenn sich Reichweite oder Zielgruppe deutlich verändert haben. Ein Datum im Media Kit zeigt Marken, wie aktuell die Zahlen sind.
Was gehört in das Reporting nach einer Kooperation?
Reichweite, Aufrufe, Interaktionen, Link-Klicks und, falls vereinbart, Einlösungen von Rabattcodes. Lege Zeitpunkt und Format am besten schon im Vertrag fest.
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