Eine gute Influencer-Anfrage ist kurz, persönlich und konkret. Sie nennt in wenigen Sätzen, wer Sie sind, warum Sie genau diese Person ansprechen, was Sie sich vorstellen und ob die Zusammenarbeit bezahlt ist. Wer diese Punkte klar beantwortet, bekommt deutlich häufiger eine Antwort als mit einer allgemeinen Massennachricht.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die erste Nachricht aufbauen, welche Angaben nicht fehlen sollten, was Creator abschreckt und wann sich ein Nachfassen lohnt. Außerdem klären wir, ob Sie direkt schreiben oder besser über das Management gehen.
Vor der ersten Nachricht: Wen sprechen Sie an?
Die beste Formulierung hilft nicht, wenn die Person nicht passt. Bevor Sie schreiben, sollten Sie die Inhalte der letzten Wochen wirklich angesehen haben. Passt die Themenwelt zu Ihrem Produkt? Passt der Ton zu Ihrer Marke? Wie reagiert die Community in den Kommentaren? Zahlen allein sagen darüber wenig. Hilfreiche Hinweise dazu finden Sie in unserem Ratgeber Passende Influencer finden.
Klären Sie außerdem intern, was Sie wollen und was Sie dafür einsetzen können. Ein grobes Ziel, ein Zeitfenster und eine Vorstellung vom Budget oder vom Produktwert gehören vor die erste Nachricht, nicht erst in die dritte.
Der Aufbau einer guten Anfrage
Der Betreff entscheidet, ob die Mail geöffnet wird. Er sollte sachlich sein und den Anlass nennen, etwa „Kooperationsanfrage von [Marke] für [Kanalname]“. Verzichten Sie auf Ausrufezeichen und Versprechen wie „Einmalige Chance“.
Die Anrede ist persönlich. Nutzen Sie den Namen, den die Person selbst verwendet. Ob Sie siezen oder duzen, richtet sich nach der Marke und der Zielgruppe. Im Creator-Umfeld ist das Du verbreitet, ein höflicher, sachlicher Ton im Sie wirkt aber nie falsch. Entscheidend ist, dass Sie konsequent bleiben.
Der Einstieg zeigt, dass Sie die Inhalte kennen. Ein konkreter Bezug auf einen Beitrag oder eine Serie, die Ihnen aufgefallen ist, genügt. Ein Satz wie „Wir mögen Ihren Content“ ist dagegen austauschbar und fällt sofort als Vorlage auf.
Danach folgt das Anliegen. Beschreiben Sie, was Sie vorhaben: Produktvorstellung, eine Kampagne über mehrere Wochen, ein Event oder eine langfristige Partnerschaft. Nennen Sie Format und Zeitraum, soweit schon klar, aber lassen Sie Raum für die kreative Idee des Creators.
Zum Schluss steht ein klarer nächster Schritt. Fragen Sie etwa, ob ein kurzes Telefonat oder die Zusendung von Konditionen und Media-Kit der passende Weg ist. Eine Nachricht ohne konkrete Frage bleibt oft unbeantwortet.
Was in die Nachricht gehört
Ob die Kooperation bezahlt ist, sollten Sie von Anfang an sagen. Das ist die Frage, die Creator als Erstes beschäftigt. Wenn Sie ein Honorar anbieten, reicht ein Hinweis, dass Sie ein Budget eingeplant haben. Wenn Sie nur Produkte zur Verfügung stellen, benennen Sie das offen. Wie sich beide Modelle unterscheiden, lesen Sie in unserem Ratgeber Barter vs. bezahlte Kooperation. Wer die Vergütung verschweigt, verliert Zeit auf beiden Seiten.
Weitere Pflichtangaben sind Marke, Produkt und Zeitrahmen. Dazu kommt eine Kontaktperson mit Namen und direkter Erreichbarkeit. Wenn absehbar ist, dass Sie Inhalte später als Anzeige nutzen wollen, erwähnen Sie das früh, denn Nutzungsrechte beeinflussen das Honorar. Mehr dazu finden Sie unter Nutzungsrechte bei Influencer-Content.
Das ausführliche Briefing kommt später. In der ersten Nachricht genügt eine Skizze. Ein mehrseitiges Dokument im Erstkontakt überfordert. Wie ein vollständiges Briefing aussieht, zeigt unser Ratgeber Briefing für Influencer.
Was Creator abschreckt
Am häufigsten stören Copy-and-paste-Nachrichten. Wer erkennbar eine Vorlage an hundert Profile verschickt, bekommt selten Antworten von den Personen, die man eigentlich erreichen will. Auch falsche Namen oder Bezüge auf Inhalte, die es gar nicht gibt, fallen sofort auf.
Unklare Gegenleistung wirkt unseriös. Formulierungen wie „Wir bieten Ihnen Reichweite“ oder „Das ist eine tolle Gelegenheit für Ihre Sichtbarkeit“ ersetzen kein Angebot. Creator arbeiten professionell und erwarten, dass ihre Leistung als Leistung behandelt wird.
Druck und enge Fristen schaden. Nachrichten, die eine Antwort binnen weniger Stunden verlangen, signalisieren Hektik. Gleiches gilt für vorgegebene Skripte, die kaum Spielraum lassen. Gerade die kreative Handschrift ist der Grund, warum Marken mit Creatorn arbeiten.
Auch der Kanal kann ein Problem sein. Anfragen über Kommentarspalten oder in Direktnachrichten, die im Anfragenordner untergehen, werden leicht übersehen. Die meisten Creator geben im Profil eine geschäftliche E-Mail-Adresse an. Nutzen Sie diese, wenn sie vorhanden ist.
Mustertext für die erste Anfrage
Der folgende Text ist ein Beispiel, das Sie an Ihre Marke anpassen können. Er ist bewusst kurz gehalten:
Betreff: Kooperationsanfrage von [Marke] für [Kanalname]
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Hallo [Vorname],
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ich verfolge Ihren Kanal schon eine Weile und fand Ihre Serie zu [konkretes Thema] besonders gelungen, vor allem, wie ehrlich Sie dabei auf Alltagstauglichkeit eingehen.
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Wir sind [Marke] und stellen [Produktkategorie] her. Für [Zeitraum] planen wir eine Kooperation, in der [kurze Beschreibung, z. B. „unsere neue Linie im Alltag vorgestellt wird“]. Wir denken an [Format, z. B. „ein Reel und begleitende Stories“], sind aber offen für Ihre Ideen.
>
Die Zusammenarbeit wäre selbstverständlich vergütet. Über Umfang und Konditionen sprechen wir gern, sobald wir wissen, ob das Thema für Sie interessant ist.
>
Hätten Sie Lust auf ein kurzes Gespräch oder darf ich Ihnen weitere Details per Mail schicken? Ihr Media-Kit schaue ich mir gern an.
>
Viele Grüße
[Name, Position, Marke, Telefonnummer]
Nachfassen: wann und wie
Eine Woche Wartezeit ist ein vernünftiger Richtwert. Creator bekommen viele Anfragen und prüfen sie oft gebündelt. Wenn nach etwa einer Woche keine Antwort da ist, ist eine kurze Erinnerung völlig in Ordnung. Sie sollte höflich sein, die ursprüngliche Nachricht kurz aufgreifen und eine einfache Antwort ermöglichen, zum Beispiel: „Falls das Thema gerade nicht passt, ist das völlig in Ordnung, ein kurzes Feedback hilft uns trotzdem.“
Mehr als ein oder zwei Erinnerungen sind zu viel. Bleibt eine Antwort aus, ist das meist eine Absage ohne Begründung. Respektieren Sie das. Sie können in einigen Monaten mit einem neuen Anlass erneut anfragen, aber nicht mit demselben Text.
Direkt anschreiben oder über Management?
Beides kann funktionieren, aber die Wege unterscheiden sich. Bei kleineren Creatorn ohne Management ist der direkte Weg meist der richtige. Sie sprechen mit der Person, die auch die Inhalte erstellt, und können Absprachen schnell treffen.
Bei Creatorn mit Management läuft die Anfrage in der Regel über die Agentur. Das ist kein Hindernis, sondern spart Aufwand: Konditionen, Termine, Verträge und Rechnungsstellung sind geklärt, und Sie bekommen eine verbindliche Rückmeldung statt einer langen Abstimmungsschleife. Wenn ein Creator im Profil auf sein Management verweist, sollten Sie diesen Hinweis ernst nehmen und nicht parallel über Direktnachrichten nachhaken. Hintergründe zu dieser Rolle finden Sie in unseren Ratgebern zu Creator-Management und zur Influencer-Agentur.
Wenn Sie nicht einzelne Personen, sondern mehrere passende Creator für ein Vorhaben suchen, kann auch eine Anfrage an eine Talentagentur sinnvoll sein, die Verfügbarkeit und Konditionen gebündelt klärt.
Zusammenarbeit mit TrueTalent
TrueTalent Management ist eine Talentagentur für deutschsprachige Creator mit Sitz in Dubai. Wir übernehmen für die von uns betreuten Talents die Abstimmung mit Marken, von der ersten Anfrage über Konditionen und Verträge bis zur Abrechnung. Wenn Sie ein Vorhaben haben und wissen möchten, welche Creator dazu passen, schreiben Sie uns einfach über die Kontaktseite.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich einen Influencer richtig an?
Schreiben Sie kurz, persönlich und konkret. Beziehen Sie sich auf einen echten Inhalt, stellen Sie Ihre Marke in ein bis zwei Sätzen vor, beschreiben Sie Ihre Idee, sagen Sie offen, ob die Kooperation bezahlt ist, und enden Sie mit einer klaren Frage nach dem nächsten Schritt.
Wo schreibe ich Influencer am besten an: per E-Mail oder Direktnachricht?
Wenn im Profil eine geschäftliche E-Mail-Adresse oder ein Management angegeben ist, nutzen Sie diese. Direktnachrichten gehen bei vielen Anfragen leicht unter. Sie eignen sich eher für eine kurze erste Kontaktaufnahme, wenn kein anderer Weg angegeben ist.
Muss ich in der ersten Anfrage schon ein Honorar nennen?
Eine genaue Summe ist nicht zwingend nötig. Wichtig ist, dass klar wird, ob es eine Vergütung gibt oder nur Produkte. Konkrete Zahlen besprechen Sie meist im zweiten Schritt, nachdem das Interesse geklärt ist. Orientierung bietet unser Ratgeber zu den Kosten einer Influencer-Kooperation.
Wie lange sollte ich auf eine Antwort warten?
Etwa eine Woche. Danach ist eine freundliche Erinnerung in Ordnung. Wenn auch darauf keine Antwort kommt, sollten Sie die Anfrage ruhen lassen.
Sollte ich Influencer mit Management direkt anschreiben?
Besser nicht. Wenn ein Management angegeben ist, läuft die Geschäftsanfrage über dieses. Das beschleunigt die Abstimmung und vermeidet Doppelungen.
Sie planen eine Kooperation mit Creatorn?
Wir schlagen passende Talents vor und kümmern uns um Vertrag, Briefing und Abrechnung. Passend zu diesem Thema: Deutsche Influencer buchen · Kampagnen-Beispiele
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